Heilbronner Friedensrat

1983 hat sich der Heilbronner Friedensrat im Zuge der Nachrüstungsdebatte aus verschiedenen Friedensgruppen heraus mit der Kernaufgabe gegründet, die Pershing-Raketen auf der Waldheide am Heilbronner Stadtrand wegzubekommen. Ein Sonderzug nach Bonn mit 1.200 Teilnehmern und die Mitorganisation von "Heilbronner Begegnungen" der Berliner Akademie der Künste waren herausragende Aktionen, die von einer großen Zahl von Aktiven getragen wurden. Das Ziel, die Raketen abzubauen, hatte sich in ganz Heilbronn und Umgebung durchgesetzt.

Heute besteht der Heilbronner Friedensrat aus einem Kreis von etwa 20 Aktiven, deren Ziel ist, gegen Krieg und für die Lösung von Konflikten mit friedlichen Mitteln einzutreten. Trotz der Erkenntnis, dass es sehr viel schwieriger ist, gegen Krieg und Gewalt in der Ferne einzutreten, als eine Bedrohung in der Nähe zu thematisieren, sind die Mitglieder des Friedensrats entschlossen, mit langem Atem Friedensarbeit zu leisten.

Stand: August 2020

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9. August 2020: Um 11 Uhr der Ortszeit des Atombombenabwurfs auf Nagasaki vor 75 Jahren traf sich der Heilbronner Friedensrat zum Gedenken an die hunderttausenden Toten dieser Stadt und in Hiroshima.

In 150 Städten wurde in einer Städteaktion initiiert von der bundesweiten Friedenskooperative und der Internationalen Kampagne für ein Atomwaffenverbot (ICAN) an die verheerenden Atombombenangriffe gedacht. Gleichzeitig erinnerte der Friedensrat an das UN-Atomwaffenverbot, was seit dem Abzug der atomaren Pershing-Raketen von der Waldheide eine zentrale Forderung des Friedensrats ist. Konkret sollen die US-Atombomben vom Luftwaffenstützpunkt Büchel oberhalb der Mosel unverzüglich abgezogen werden.

20.02.2020: Auf Initiative von Wolf Theilacker, Appell der Stadt Heilbronn an die Bundesregierung, dem Vertrag zum Verbot von Atomwaffen beizutreten.

"Die Stadt Heilbronn hat sich dem Städteappell der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) angeschlossen. Vor dem Hintergrund der Zerstörung der Stadt am 4. Dezember 1944 und des Atom-Raketenunglücks vom 11. Januar 1985 auf der Heilbronner Waldheide äußerte die Stadt in ihrem Appell gegenüber der Bundesregierung ihre tiefe Besorgnis und wies auf die immense Bedrohung hin, die Atomwaffen für Städte und Gemeinden auf der ganzen Welt darstellen. Sie forderte die Bundesregierung auf, dem von den Vereinten Nationen verabschiedeten Vertrag zum Verbot von Atomwaffen 2017 beizutreten."